16. Januar 2021

Unser neuer Newsletter ist da!

Liebe Freundinnen und Freunde des Dialogs,

2021 hat begonnen und ich möchte Ihnen zu allererst ein frohes, erfolgreiches und vor allem gesundes neues Jahr wünschen!

Ich bringe Ihnen sicher keine Neuigkeiten, wenn ich sage, dass sich unsere Situation über die Feiertage nicht entspannt hat. Das gilt politisch genauso wie medizinisch. Die Corona-Fallzahlen sind nicht gesunken, im Gegenteil: die Todesfälle erreichen immer wieder neue Höchstwerte. Das war leider zu erwarten und kann uns nur erneut dazu anhalten, rücksichtsvoll zu sein und verantwortungsvoll zu handeln.

Auf politischer Ebene hat uns das Jahr direkt zu Beginn vor Augen geführt, dass demokratische Systeme auf der ganzen Welt akuten, realen Gefahren und Angriffen ausgesetzt sind. Das Eindringen in das Capitol in Washington D.C., das ich in aller Klarheit als einen solchen Angriff auf die Demokratie verstehe und scharf verurteile, hat mich, wie wohl viele unter Ihnen, erschüttert. Gleichzeitig hat es mir die Relevanz und Notwendigkeit unserer Arbeit erneut aufgezeigt, denn wir müssen uns bewusst sein, dass antidemokratische Kräfte in Deutschland im gleichen Maße bereits jede Chance nutzen, um unser freiheitliches System zu destabilisieren. Es ist nicht lange her, dass auch in Deutschland Verschwörungsideolog:innen und Rechtsradikale in das Parlament eindringen wollten - und zuweilen auch durch die Unterstützung von rechtsextremen Bundestagsabgeordneten erfolgreich waren.

Das Ziel des Forum für Interkulturellen Dialog war es schon immer, einen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben in der deutschen Gesellschaft zu leisten. Wir werden im Hinblick auf dieses Vorhaben nicht müde und werden auch 2021 all unsere Kräfte für Dialog, Demokratie und Freiheit mobilisieren. Bei all den negativen Vorzeichen unter denen dieses Jahr bereits steht, freue ich mich umso mehr, von der Motivation und dem Engagement bei dem Planungstreffen unseres Vorstandes zum Jahresende berichten zu können. Um noch effizienter zu sein, haben wir uns für 2021 auf neue Organisationsstrukturen verständigt und zugleich mit der Planung von einer Vielzahl von neuen Projekten begonnen. Wir werden Ihnen hierzu zeitnah detaillierte Informationen zukommen lassen.

Abschließend möchte ich noch auf den Holocaust-Gedenktag am 27. Januar hinweisen, der sich in diesem Jahr zum 25. Mal jährt. Dass die Bundesrepublik sich erst im Jahr 1996 dazu durchringen konnte, einen Gedenktag für diese schreckliche Phase der deutschen Geschichte zu initiieren, sollte uns daran erinnern, dass die Aufarbeitung von Geschichte ein langwieriger und anstrengender Prozess ist, der vermutlich niemals abgeschlossen ist. Das beweist auf traurige Weise auch die antisemitische Attacke auf den Offenbacher Rabbiner Menachem Mendel Gurewitz, mit dem wir in den vergangenen Jahren bereits gemeinsame Veranstaltungen organisieren konnten.

Wir möchte ausdrücklich unsere Solidarität mit Rabbiner Gurewitz bekunden und hoffen, die Freundschaft mit unseren jüdischen Freund:innen in persönlichen Begegnungen, gemeinsamen Lesungen und anregenden Gesprächen stärken zu können. Deswegen können wir an dieser Stelle nur erneut an unser Zeitzeugengespräch mit Frau Edith Erbrich erinnern, das wir sobald wie möglich nachholen möchten.

Bis wir uns wieder von Angesicht zu Angesicht sehen können, wünsche ich Ihnen die notwendige Gelassenheit in diesen schwierigen Zeiten und gleichzeitig den Mut, den besonderen Herausforderungen, die uns auch 2021 begleiten werden, begegnen zu können. Bis dahin freue ich mich, Sie bei unseren Zoom-Veranstaltungen begrüßen zu dürfen.

Bleiben Sie gesund,

Ihr Kadir Boyaci
Vorstandsvorsitzender

Hier geht zum Newsletter: http://fidev.org/newsletter/januar-2021

3. Dezember 2020

Nachruf

Mit großer Betroffenheit mussten wir erfahren, dass unser Vereinsmitglied Hasan Bacak bereits am 26.11.2020 nach kurzer und schwerer Krankheit verstorben ist.

Er hat während seiner langen Mitgliedschaft unsere Dialog-Arbeit in einem zivilgesellschaftlichen Sinne tatkräftig unterstützt und uns immer wieder motiviert weiter zu machen. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, die in diesen Tagen sehr viel Kraft benötigt.

Wir werden sein Angedenken immer in liebender Erinnerung bewahren.
Der Vorstand

23. November 2020

Wer Kritik übt, braucht Unterstützung im Netz

Frankfurter Rundschau - 23. November 2020
Kadir Boyaci und Nicolai Kehl, Forum für Interkulturellen Dialog
Gastbeitrag

Es ist wichtig, solidarisch mit allen zu sein, die gegen Extremismus kämpfen. Niemand darf sich verlassen fühlen. Der Gastbeitrag.

Solidarität ist nicht das erste Stichwort, das in Debatten über menschenverachtende Ideologien fällt. Stattdessen stehen Forderungen nach einem hartem Durchgreifen im Vordergrund: Sebastian Kurz etwa möchte mit dem rechtsstaatlich fragwürdigen Straftatbestand „politischer Islam“ juristische Härte vermitteln. Der Kampf gegen Islamismus muss auf vielen Ebenen stattfinden. Strafrechtliche Verfolgung ist eine davon, wird aber nicht ausreichen, um extremistischen Phänomenen zu begegnen. Sie ist das letzte Mittel und setzt an, wenn es eigentlich schon zu spät ist.

Der grundlegende Konflikt wird auf anderen Ebenen ausgetragen. Dafür gibt es zwischen der Flut von Notifications und Eilmeldungen wenig Platz in der Öffentlichkeit. Wer demokratische Basisarbeit macht, findet dort kaum statt. Extremist:innen dagegen sind prominent vertreten. Sie scheinen zwei Dinge besser verstanden zu haben als ihre demokratischen Counterparts: Sie können den Eindruck erwecken, dass sie viele sind und sie können Menschen mobilisieren.

Das zeigte sich jüngst, als Saba-Nur Cheema, Politologin und Mitarbeiterin der Bildungsstätte Anne Frank, in ihrem FR-Gastbeitrag „Muslimische Opfer, muslimische Täter“ muslimische Gemeinschaften aufforderte, sich gegen die politische Instrumentalisierung des Islam zur Wehr zu setzen. Kurz darauf wurde sie auf Instagram als Verräterin diffamiert. Ihr Fall zeigt: Erstens ist es im Kampf gegen Extremismus jeglicher Form zentral, wer spricht. Zweitens ist es für eine demokratische Gesellschaft essenziell, aktiv solidarisch mit denen zu sein, die aktiv gegen Extremismus sind.

In den vergangenen Jahren wurde immer wieder betont, dass die Position eines Sprechers oder einer Sprecherin wichtig ist - bei Fragen der Geschlechtergerechtigkeit genauso wie in Diskussionen über das Kopftuch oder beim Thema Rassismus. Als weißer deutscher Mann ohne Migrationsgeschichte spricht man anders über Rassismus als eine Schwarze Frau. Daraus lässt sich eine Vielzahl von Konsequenzen ableiten, die hier nicht diskutiert werden sollen. Wichtig ist aber anzuerkennen, dass eine Sprecher:innenposition, ob man das möchte oder nicht, Konsequenzen hat. In religiösen Kontexten bedeutet das, dass Gläubige untereinander anders über ihren Glauben diskutieren, als Außenstehende das tun (können).

Im Kontext von Islamismus ist die Migrationsgeschichte einer Person von besonderer Bedeutung. Mit ihr gehen Diskriminierungserfahrungen und häufig auch das Gefühl einher, von der Gesellschaft nicht akzeptiert zu werden. Das sind maßgebliche Einflussfaktoren für die Radikalisierung von Personen.

Extremistische Gruppen werben deswegen mit einem Gefühl von Gemeinschaft, das die Mehrheitsgesellschaft oft verwehrt. In diesen Gemeinschaften bekommt die Abgrenzung von der Mehrheitsgesellschaft eine vereinende Funktion. Wer durch Geburt, Hautfarbe, Religion und sozialen Status als Teil von ihr gilt, wird nur schwer einen Zugang zu denen finden, für die sie ein Feindbild ist. Wer als Migrant:in und/oder Muslim:a gesehen wird, hat deswegen andere Möglichkeiten, als Gesprächspartner:in akzeptiert zu werden.

Das hat allerdings auch negative Folgen, wie der Fall von Frau Cheema zeigt: Sie ist nicht nur „Feind“, sondern gleichzeitig auch „Verräterin“. Ihre Sprecherinnenrolle ist Chance und Angriffsfläche zugleich. Das gilt für alle Muslim:as und Menschen mit Migrationsgeschichte, die sich antirassistischer Arbeit, politischer Bildung und Demokratieförderung verschrieben haben.

Saba-Nur Cheema hat auf Twitter auf die Diffamierungen reagiert und gesagt: „Das macht mir Angst.“ Die deutsche Gesellschaft braucht alle, die sich aktiv gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit einsetzen. Keiner von ihnen darf sich dabei alleingelassen fühlen – unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder Sozialisierung. Solidarität mit denen, die sich für Freiheit und Gleichheit, für Demokratie und Rechtsstaat einsetzen, ist die Pflicht jedes Einzelnen von uns. Und das beginnt bereits im Kleinen: im persönlichen Gespräch genauso wie auf Social-Media-Plattformen. Gerade im Internet scheinen uns Extremist:innen dabei in ihren straff organisierten Strukturen voraus zu sein. Das dürfen wir nicht zulassen.

Kadir Boyaci ist islamischer Theologe und geschäftsführender Vorstandsvorsitzender des hizmet-nahen Forums für Interkulturellen Dialog e.V.
Nicolai Kehl ist Pressesprecher des Forums für Interkulturellen Dialog e.V.

19. November 2020

Prävention statt Distanzierung

Frankfurter Neue Presse - 19. November 2020
Kadir Boyaci und Nicolai Kehl, Forum für Interkulturellen Dialog
Gastkommentar

Die Frage nach einem angemessenen Umgang mit fundamentalistischen und gewaltbereiten Auslegungen des Islams beschäftigt die deutsche Öffentlichkeit in regelmäßigen Abständen. Jüngster Anlass sind die terroristischen Anschläge in Wien, Nizza und Dresden. In derselben Regelmäßigkeit lässt sich eine gesellschaftliche Unbeholfenheit erkennen, islamistischen Phänomenen effektiv zu begegnen. Diese Unbeholfenheit zeigt sich nicht zuletzt in der häufig erfolglosen Überwachung von Gefährdern und Gefährderinnen durch staatliche Institutionen, die Schlimmstes verhindern sollten. Sie zeigt sich mindestens in gleichem Maß in den Debatten über Islam und Islamismus.

Neben den bekannten Forderungen an Muslime und Musliminnen nach "Verurteilung, Distanzierung und ein[em] Friedensgebet" (Sawsan Chebli), brachten Kevin Kühnert und Sascha Lobo mit Kritik an der "knalldeutschen Linken" neue Impulse für die Debatte. Auch sie dürfe nicht schweigen. Das ist einerseits richtig, stieß andererseits intern gerade bei vielen durch Migrationsgeschichten geprägten Gruppen auf Unverständnis, die sich seit Jahren im Kampf gegen den Islamismus engagieren. Es darf nicht vergessen werden, dass liberale Muslime und Musliminnen nicht weniger zum Feindbild der Islamisten und Islamistinnen zählen wie "biodeutsche" Christen oder Atheisten.

Bringt die Forderung von Kühnert und Lobo die Debatte voran? Ja, aber vielleicht nicht so offensichtlich, wie es scheint. Eine demokratische Gesellschaft muss sich von menschenfeindlichen Ideologien distanzieren. Im Fall des Islamismus birgt das die Gefahr, rechte Narrative zu befördern, die Islam und Islamismus gleichsetzen. Diese Angst wird allzu oft als Ursache für das Schweigen bezeichnet, geht aber am eigentlichen Kern des Problems vorbei. Es fehlt nicht nur die Fähig- keit, über Islamismus sprechen zu können, ohne Populisten und Populistinnen, Rassisten und Rassistinnen in die Hände zu spielen. Es scheint seit Jahren nicht zu gelingen, die zu erreichen, die zu Islamisten und Islamistinnen werden.

Das wird sich auch dadurch nicht ändern, dass die "knalldeutsche Linke" ihr Schweigen bricht. Ohne Frage ist es ein Problem, wenn unser Mitgefühl mit Opfern und unsere Anerkennung von Leid aus politischen Gründen ungleichmäßig verteilt wird. Eine solche Kritik ist genauso berechtigt wie jene an der augenscheinlich mangelhaften staatlichen Überwachung von Gefährdern und Gefährderinnen. Das Problem wird aber nicht dann gelöst, wenn der Finger bereits am Abzug ist und auch der aufrichtigste gesellschaftliche Aufschrei wird den Terror nicht stoppen. Was tatsächlich helfen kann, ist eine Veränderung des Blickwinkels: Inklusion statt Exklusion.

In der Wissenschaft herrscht weitgehend Einigkeit darüber: Wer sich nicht als Teil dieser Gesellschaft fühlt, wer keine oder kaum soziale Bindungen hat und Opfer von Diskriminierung wurde, läuft Gefahr, sich zu radikalisieren. Islamistische Angebote können ihnen die Anerkennung, Gemeinschaft und (einfachen) Erklärungen bieten, die sie suchen. Primäre Aufgabe ist es deswegen nicht, sich von Extremisten und Extremistinnen zu distanzieren. Wichtiger ist es, diese Menschen aufzufangen, bevor sie sich radikalisieren. Dafür müssen die muslimischen Akteure und Akteurinnen gestärkt werden, die sich

für Freiheit und Gleichheit einzusetzen und sich gegen die islamistisch-politische Instrumentalisierung ihrer Religion wehren. Denn im selben Maß, wie es eine gesellschaftliche Frage ist, ist es eine inner-islamische. Und die kann die nicht-muslimische Mehrheitsgesellschaft nicht von außen lösen. Was sie kann, ist jene unterstützen, die die Konflikte in ihrem (demokratischen) Sinne austragen. Diese muslimischen Gruppen gibt es, auch wenn sie in der Öffentlichkeit nicht die Aufmerksamkeit erfahren, die wichtig wäre. Selbst reflektierte und aufmerksame Beobachter wie Kühnert und Lobo erwähnen sie höchstens beiläufig, wie sie sich im Nachhinein eingestehen mussten. Das Unwissen über die Zusammensetzung und Bedeutung der verschiedenen muslimischen Gruppen in Deutschland hat dabei ganz konkrete Auswirkungen: Immer wieder werden Vertreter und Vertreterinnen zu Sprechern der deutschen Muslime und Musliminnen auserkoren, die in enger Verbindung zur zunehmend autokratischen und anti-demokratischen AKP oder den radikal-islamistischen Muslimbrüdern stehen.

Ja, die politische Linke sollte ihr Schweigen brechen. Wenn das Ergebnis aber nicht eine bloße Betroffenheitsrhetorik sein soll, muss sich Deutschland ernsthaft mit den viereinhalb Millionen Muslimen und Musliminnen auseinandersetzen, die hier leben. Gerade sie haben die Möglichkeit, ihre Glaubensgenossen und -genossinnen vor dem Abdriften in den Radikalismus zu bewahren. Dazu bedarf es zugleich innerer Verständigung über die Bedeutung demokratischer Werte im Islam. Damit nicht nur diese problematischen Akteure zu Wort kommen, müssen sich demokratische Muslime und Musliminnen solidarisieren. Ansonsten bleiben jene die Wortführer, die radikale Ideologien mindestens tolerieren.

16. November 2020

Initiative Anatolischer Geschwisterlichkeit (AnKa) wurde gegründet

Im Laufe der Geschichte war die anatolische Region, die auch einen Teil des historischen Mesopotamiens beinhaltet, Gastgeber für viele verschiedene Kulturen. Die Menschen in diesem geografischen Raum erlebten neben den unterschiedlichsten Schmerzen und Trauer auch Liebe und Zeiten des Friedens. Viele dieser Volksgruppen wanderten im Laufe der Zeit aus dieser Region aus und ließen sich in unterschiedlichen Teilen der Welt nieder. Kurden, Armenier, Griechen (Rum), Aleviten, Assyrer und Jesiden sind nur einige, die hier als Beispiel genannt werden können.

Gründungszweck der Initiative Anatolischer Geschwisterlichkeit (Abk: AnKa - Übersetzung: Anadolu Kardeşliği) ist es, gemeinsame Veranstaltungen zu organisieren, die Menschen anatolischem Ursprungs ungeachtet der ethnischen, religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Zugehörigkeit zusammenbringen. Denn wir sind der Auffassung das Unterschiede kein Grund für Entzweiung sind, sondern viel mehr als Chance wahrgenommen werden sollten, um in der Vielfalt das Gemeinsame zu finden.

Diesbezüglich hat AnKa vor, Seminare, Workshops und Podiumsdiskussionen zu organisieren, die dazu beitragen, die im anatolischen Raum entstandenen Kulturen, vorzustellen und näher kennenzulernen.

Sie können unser Vorhaben unterstützen, in dem sie an diesen Veranstaltungen mit Anregungen aktiv teilnehmen.

Sie sind uns herzlich Willkommen!

Mehr Info: an-ka.org

9. November 2020

Das Forum für Interkulturellen Dialog gedenkt den Opfern der Novemberpogrome von 1938

Theodor W. Adornos berühmte Forderung, dass "Auschwitz nicht noch einmal sei“, hat auch im Jahr 2020 nicht an Aktualität verloren.

Die jüngsten Entwicklungen geben vielmehr Anlass zur Sorge: auf Demonstrationen vermischen sich Maßnahmenkritik der Bundesregierung zunehmend mit antisemitischen Narrativen, der „Judenstern“ wird zur Provokation missbraucht, um sich als Opfer zu stilisieren und Bürger*innen marschieren an der Seite von dezidierten Neonazis und Rechtsradikalen unter Reichskriegsflaggen. Die sogenannte „Querdenken-Demonstration am 07. November in Leipzig hat dabei in aller Deutlichkeit das steigende Gewaltpotential jener Bewegungen gezeigt, die sich immer weiter von den zentralen Werten eines friedlichen und demokratischen Zusammenlebens entfernen.

Umso wichtiger ist es, die Erinnerung an den „Rückfall in die Barbarei“ wachzuhalten. „Barbarei besteht fort, solange die Bedingungen, die jenen Rückfall zeitigten, wesentlich fortdauern“, so Adorno 1966. Deswegen fordert es mindestens eine doppelte Kritik von uns: Einerseits bedarf es einer wachen und kritischen Haltung gegenüber den menschenfeindlichen gesellschaftlichen Entwicklungen, die wir mit großer Sorge wahrnehmen. Andererseits müssen wir auch unsere eigene Haltung kritisch betrachten und latente und subtile Antisemitismen aufdecken und überwinden. Eine zeitgemäße Erinnerungskultur ist dabei essentiell, um die große Bedeutung einer solchen kritischen Haltung zu verstehen.

Das Forum für Interkulturellen Dialog gedenkt an diesem Tag den Opfern des Antisemitismus, insbesondere denen der Novemberpogrome von 1938.

Angesichts der aktuellen Lage, schließen wir uns den Forderungen der Bildungsstätte Anne Frank nach einer zeitgemäßen Gedenkkultur und einem politischen Plan für den Umgang Verschwörungsideologien im Rahmen der Corona-Krise an. An dieser Stelle möchten wir auf die scharfsinnige Analyse der Bildungsstätte in ihrer Pressemitteilung vom 09. November hinweisen, die unter folgendem Link abzurufen ist: https://www.bs-anne-frank.de/fileadmin/user_upload/Slider/Presse/PM_BSAF_2020_9._November.pdf

Abschließend möchten wir auf den Vortrag „Antisemitismus unter Muslimen“ von Hasan Dagdelen am 10. November 2020 hinweisen. Aufgrund der aktuellen Situation der Pandemie, wird der Vortrag über Zoom stattfinden. Die Zugangsdaten zur Veranstaltungen werden Ihnen nach Anmeldung unter anmeldung@fidev.org zugesendet.

30. Oktober 2020

Wir verurteilen den Angriff in Nizza und Avignon auf das Schärfste!

Die Nachricht über die Geschehnisse in Nizza und Avignon haben uns zu tiefst erschrocken und bestürzt. Diesen Angriff verurteilen wir auf das Schärfste! Zweifelsohne wurde der Angriff nicht nur gegenüber Frankreich sondern gegenüber der gesamten Menschheit ausgeübt. In dem er den Rahmen weitet, visiert er auch den Frieden, das Wohl und die Geschwisterlichkeit der Menschen untereinander an.

Wir hoffen und beten dafür, dass dieses bedauerliche Ereignis den Dialog, den gegenseitigen Respekt und die Begegnung mit der Identität „Mensch“ fördert und Seelen voller Hass rehabilitiert!

Wir wünschen den Verletzten Genesung und sprechen den Hinterbliebenen der Opfer unser allerherzlichstes Beileid aus.

Bildquelle: Die Ermittler in Nizza stellen Spuren sicher. © afp/VALERY HACHE

19. Oktober 2020

Das FID e.V. bekommt Unterstützung!

Heute beginnt unsere Praktikantin, Merve Sacide Or, ihre Arbeit bei uns im FID-Team. Wir wünschen dir viel Spaß und Erfolg liebe Merve!
 
Im Folgenden stellt sie sich kurz vor:
 
Hallo, mein Name ist Sacide Merve Or, ich bin 15 Jahre alt. Ich komme aus der Türkei und bin erst seit 2 Jahren und 10 Monaten in Deutschland. Ich besuche die Werner-von-Siemens-Schule in Maintal-Dörnigheim. Meine Lieblingsfächer sind Mathe, Englisch und Sport. Ich lese gerne, spiele Gitarre, Volleyball und Fußball. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem tollen Team und bin gespannt auf die Erfahrungen, die ich während des Praktikums sammeln werde.
 
#Schulpraktikum #FID #Interkulturell #Interreligiös

24. September 2020

Unser neuer Newsletter ist da!

Liebe Freundinnen und Freunde des Dialogs,

ich bin sehr glücklich darüber, mich nach dieser sehr turbulenten und ungewohnten Zeit für uns alle wieder bei Ihnen melden zu können. Im Namen des gesamten Teams des Forums für Interkulturellen Dialog hoffe ich für Ihr Wohlergehen und Ihre Gesundheit.

Genauso wie so viele von Ihnen waren auch wir unmittelbar von den COVID-19 Einschränkungen betroffen und mussten uns an die neue Situation anpassen, doch wie bereits bei vorherigen, unerwarteten Gegenwinden konnten wir unsere Arbeit, wenn auch in dezimierter Form, fortführen. Für die unmittelbare Vergangenheit bedeutete dies, altbekannte Aufgaben aus einer neuen Perspektive zu betrachten und sich aus dieser Position zu nähern. Dies führte dazu, dass wir gemeinsam mit Mitgliedern und Projektpartner:innen Veranstaltungen und Aktionen auf die Beine Stellen konnten.

Aus diesem Antrieb heraus haben sich die Engagierten des FID e.V. während ihrer Jahresversammlung einer Leitlinie verschrieben, die uns in der nächsten Zeit begleiten soll: klare Kante gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, nachhaltiger inter- und intrakultureller Dialog und ganz besonders eine aufrichtige Jugendarbeit. Der Zeit von Distanz soll eine Zeit der Zusammenkunft und des Aufbruchs folgen, von der wir alle in den nächsten Wochen und Monaten profitieren sollen. Dafür werden wir uns mit alten und neuen Freunden zusammenschließen, um die nächste Stufe des mehrheitsgesellschaftlichen Engagements zu erreichen.

Ich hoffe, dass wir im Rahmen dessen auch wieder einige von Ihnen als unsere Besucher:innen und Unterstützer:innen zählen dürfen, denn auch wir können nur mit ihrem solidarischen Handeln weiter unserer Arbeit nachgehen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen im Namen des FID e.V. eine angenehme Zeit - und bleiben Sie gesund!

Herzlichst,
Ihr Kadir Boyaci
Vorstandsvorsitzender

Hier geht zum Newsletter: http://fidev.org/newsletter/september-2020

 

11. September 2020

Einkaufen und Gutes tun!

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Ab sofort können Sie bei jedem Amazon Einkauf das Forum für Interkulturellen Dialog e.V. unterstützen! Das ganze läuft für Sie als Amazon Kunden ohne zusätzliche Kosten. Der Online Riese Amazon spendet mit dem Programm Amazon Smile 0,5 % von jedem qualifizierten Einkauf. So können Sie ohne zusätzliche Kosten wohltätige Organisationen unterstützen und mit jedem Einkauf etwas Gutes tun.

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